Wildverbissschutz und Verbissschutzmanschette

Ein Interview mit Hans Peter Kaswurm

Hans Peter Kaswurm ist ein Nebenerwerbsbauer in Wagrain und Forsteinsatzleiter beim Maschinenring in Pongau/ Land Salzburg.


Herr Kaswurm, Sie betreiben Aufforstungen und Wildverbissschutz auch bei lhrer Nachbarschaft.
Wie gehen Sie da vor?
Vor dem Versetzen der Forstpflanzen bringen wir auf einem Arbeitstisch die TS Verbissschutz Manschetten an, welche alle Jahre im Herbst höher gesetzt werden. Die Manschetten bleiben das ganze Jahr an den Forstpflanzen.

Wie werden die Pflanzen auf die Fläche gebracht und wann werden Sie versetzt?
Mit einem Ieichten Kunststoffackja, wo ungefähr 100 Pflanzen Platz haben, werden sie im Steilhang mit einer Seilwinde nach oben gezogen. Oder, wenn oben eine Waldstraße vorhanden ist, wird der Ackja mit den Pflanzen mit einem Seil nach unten gelassen, somit können die Pflanzen im Frühjahr auf der Fläche verteilt und versetzt werden. lm flachen Gelände ist der Ackia auch hilfreich.

Herr Kaswurm, warum verwenden Sie die TS Wildverbissschutz Manschetten?
Wir verwenden die blauen TS Verbissschutz Manschetten aus gutem Grunde. Sie sind einfach anzubringen und
halten durch den UV Schutz über 10 Jahre, man sieht sie gut beim Ausmähen. Dazu arbeiten wir von oben nach
unten, wegen dem besseren Überblick.

Warum verwenden Sie keine anderen Verbissschutzmittel?
Streichmittel muss richtig angerichtet werden, ausserdem muss beim Verstreichen die Witterung passen, und es ist eine schmutzige Arbeit. Beim Spritzmittel ist auch der Nachteil, weil es farblos ist, weiss oft nicht ob ich alle Pflanzen besprüht habe. Beim Kauf muss man einen Sachkundenachweis vorlegen, bei den Manschetten nicht .
Und beide Mittel gehen in das Grundwasser. Aus diesen Gründen verwenden wir seit über 5 Jahren die blauen Original TS Manschetten und haben einen guten Erfolg. Bei Tanne und Fichte verwenden wir die kurzen und beim Schutz der Sämlinge sowie beim Laubholz, Lärchen und Douglasien die langen Manschetten.

Herr Kaswurm, Sie machen auch Pflegemaßnahmen und Durchforstungen. Wie gehen Sie da vor?
Wenn zum Beispiel der Selbstanflug ca 1,20 m hoch ist, machen wir eine Stammreduzierung. Der Rest bleibt dann kreuz und quer im Bestand liegen. Somit wird erreicht, dass das Wild nicht darüber steigt und keine Schäden macht.

Und die Durchforstung?
Bei der Erst- und Zweitdurchforstung gehen wir wie folgt vor: Wir zeichnen die Z Stämme mit Makierungsbändern aus, damit der Waldarbeiter nicht Iange suchen muss. Die Aufarbeitung muss einige Linien voraus sein, damit sich die Waldarbeiter und die Liefertruppe nicht im Weg sind.

Welche Längen schneiden Sie und wie wird das Holz zur Waldstraße geliefert?
Zuerst wird das Holz gesund geschnitten. Vom gesunden Holz werden kundenorientiert 3-4 oder 5 m ausgehalten.
Da in unserem Gebiet viele Steilhänge sind setzen wir die Log Line ein. Damit entstehen keine Lieferschäden und es sind auch keine Rückegassen erforderlich die Biomasse bleibt im Wald. Durch zeitgerechte Durchforstungen entstehen auch so gut wie keine Schälschäden.

Wie sortieren Sie das Holz an der Waldstraße?
Wir sortieren das Holz nach den Wünschen der Abnehmer. Durch die Förderungen und das Sortieren mit dem Traktor bzw mit dem Holzanhänger, erreichen wir einen guten Holzpreis sodass die Durchforstung auch im Steilhang Gewinnbringend ist.

Gibt es viele Durchforstungsrückstände?
Ja, Experten sprechen von einem Durchforstungsrückstand in Osterreich von 80 Millionen Festmeter in erster Linie in Steilhängen.

Wie kann man Wildschäden noch minimieren - sind Sie auch Jäger?
Ja, Jäger bin ich auch. Die Durchforstung ist das Wichtigste. Der Wald braucht Licht und Sonne. Das Wild hält sich auch nicht mehr auf.


Wir danken für das Gespräch

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